Ökoenergie

Ökostromanteil droht dramatisch zu sinken

Eine breite Allianz von Ökostromerzeugern schlägt Alarm. Der Ökostrom-Anteil in Österreich droht bis 2010 auf 61% zu sinken. Die angestrebten 78,1 Prozent Erneuerbare Energien (EE) an der österreichischen Stromversorgung werden also weit verfehlt. Verantwortlich dafür ist der ständig steigende Stromverbrauch. Der Stromverbrauch 2003 ist gegenüber dem Vorjahr wieder um 4,3 % ds. 751 MWh auf nunmehr 14.637 GWh gestiegen. Ohne Umkehr dieses Trends und den forcierten Ausbau von Ökoanlagen zur Stromerzeugung ist das angestrebte Ziel in unerreichbare Entfernung gerückt.
Der zuständige Wirtschaftsminister Bartenstein verabsäumt es aber, Energiesparmaßnahmen zu setzen und diesen Trend umzukehren. Gleichzeitig werden einem zügigeren Ausbau der Ökostromquellen (Biomasse, Wind- und Kleinwasserkraft, Photovoltaik) weiter viele Hürden in den Weg gelegt. Mit Zahlenspielereien wird versucht, dieses negative Ergebnis zu verschleiern.

Ökostrom spart CO2

Die endgültigen Zahlen des von den "Sonstigen (Wind, Sonne, Biomasse, Geothermie ) Ökoanlagen" erzeugten Stromes liegen noch nicht vor, es kann jedoch davon ausgegangen werden, daß mehr als 2.000 GWh erzeugt werden, die sonst von Öl- Gas- und Kohlekraftwerken aufgebracht werden müssten. Damit ist eine Einsparung von 1,9 Millionen Tonnen CO2 verbunden.
Da eine Tonne CO2 im Zertifikathandel 25 Euro kostet, haben diese eingesparten 1,9 Mio.t CO2 einen kaufmännischen Wert von 47,5 Millionen Euro.

Für die Förderung der "Sonstigen Ökostromanlagen" werden 2005 rund 400 Mio.Euro notwendig sein, das bedeutet, daß sich Ökoenergie - über den Umweg CO2-Einsparung - zu 12 Prozent selbst finanziert.

Zu Beginn des Zertifikathandels ist man davon ausgegangen, daß 1 Tonne CO2 um ca. 4 Euro zu haben sein wird. Dem ist nun leider nicht so.
Wenn ein Unternehmen mit den zugeteilten Gratis-Zertifikaten nicht das Auslangen findet und es Zertifikate kaufen muß, so hat es 6 mal mehr zu bezahlen als angenommen. Die Mehrkosten werden sich also in den Verkaufspreisen der Produkte wiederfinden und damit die Preisspirale in Gang setzen.
Für einen Rückgang des CO2-Ausstoßes gibt es keine Hinweise, das böse Erwachen wird aber spätestens 2010 kommen, wenn gegenüber der EU die eingegangene Verpflichtung - den CO2 Ausstoß um 13 Prozent zu vermindern - nachgewiesen werden muß.

Count-down für Ökostrom

Am 25. November 2005 soll im Wirtschaftsausschuss plötzlich die Novelle des Ökostromgesetzes zwischen SPÖ und ÖVP abgesegnet werden. Der Ökostromausbau soll damit, wie bereits 2004 von der Regierung geplant, massiv eingeschränkt werden. Durch die neuen Bestimmungen droht den Ökostromerzeugern eine untragbare Rechtsunsicherheit.

Dafür soll es neue Förderungen für fossile oder großteils ohnehin konkurrenzfähige (Wasser-) Kraftwerke geben.
IG Windkraft, Biomasseverband, Kleinwasserkraft Österreich und Eurosolar fordern hingegen den ökonomisch und ökologisch einzigen Ausweg aus der fossil-atomaren Sackgasse: ein engagiertes Ökostromgesetz nach deutschem Vorbild, zu dem sich in Deutschland auch die neue schwarz-rote Regierung voll bekennt.